individueller Bildungsplan

Unterstützung bei der Entwicklung

eines individuellen Bildungsplans

Als tätigkeitsbegleitende Qualifizierung außerhalb formaler Bildungsgänge bedarf eine individuelle Bildungsplanung einer konkreten und individuellen (= auf die jeweilige Person zugeschnittene) Ausgestaltung. Für die Anrechnung als Teilfachkraft gemäß § 10 (3) KitaPersV ist im ersten Schritt der individuelle Qualifizierungsbedarf zu erfassen: Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sind bereits vorhanden und welche fehlen noch für den jeweiligen Einsatzbereich? Wichtig ist dabei, den Qualifizierungsprozess nicht als Wissensanhäufung oder als reines Üben zu missverstehen. Vielmehr geht es um die Aneignung beruflicher Handlungskompetenz, welche Wissen und Verstehen ebenso voraussetzt wie die Fähigkeit, spontan überwiegend richtig zu handeln. Damit einhergehend bedarf es der Bereitschaft, sich selbst zu beobachten, das eigene Verhalten zu reflektieren bzw. kritisch zu hinterfragen und zu korrigieren. Die Orientierung an notwendigen Kernkompetenzen der Fachkompetenz, Personal- und Sozialkompetenz sowie Methoden- und Lernkompetenz kann als Hintergrundfolie bei der Antragsstellung dienen. (Gemeinsamer Orientierungsrahmen "Bildung und Erziehung in der Kindheit" der JFMK 2010)
Die konkrete Ausgestaltung einer individuellen Bildungsplanung hat im Benehmen mit der einzusetzenden Kraft zu erfolgen. Basierend auf dem jeweiligen Kenntnis- und Erfahrungsstand der Kraft können sich mögliche Qualifizierungsbausteine grundsätzlich zusammensetzen aus:

  • Fortbildungsveranstaltungen zum Erwerb des als notwendig erachteten Wissens
  • Arbeiten unter Anleitung einer erfahrenden und kompetenten Fachkraft
  • supervidierte oder durch erfahrene Kollegen beobachtete Praxis
  • Selbststudium mit anschließender Darstellung des Erarbeiteten oder reflektierter Erfahrungen.

Zielstellung ist sowohl das Erwerben praktischer Kompetenzen als auch deren theoretische und konzeptionelle Fundierung sowie die erforderliche Reflexion eigenen und fremden Verhaltens. Je nach individuell vorhandenem Qualifizierungsbedarf und in Abhängigkeit von der verabredeten Zusammensetzung der einzelnen Qualifizierungsbausteine sollten im Rahmen einer individuellen Bildungsplanung ca. 5-10 Fortbildungstage zur Verfügung stehen. Dabei ist eine abschließende Präsentation von besuchten Fortbildungen im Team empfehlenswert. Für ein ergänzendes Selbststudium sind feste Verabredungen zur Auseinandersetzung über die selbständig angeeigneten fachlichen Inhalte notwendig.

Ebenfalls ist es einer Kraft gemäß § 10 (3) möglich, selbständig ein Praxisprojekt zu planen, durchzuführen und im Rahmen einer schriftlichen Ausarbeitung zu reflektieren. Als zu dokumentierender Qualifizierungsbaustein kann ein derartiger Praxisbericht gegenüber der Praxisanleiter_in, der Kitaleitung und der Praxisberater_in "verteidigt" werden. Diese Möglichkeit bietet sich insbesondere bei einer individuellen Bildungsplanung zur Berufseinmündung von Hochschulabsolvent_innen an.