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Anleitung

Schlüsselrolle der Anleitung

Da eine Kraft nach §10 (2-4) KitaPersV von Beginn ihrer Tätigkeit zu 70% im Rahmen des notwendigen pädagogischen Personals eingesetzt werden kann, bedarf es einer engmaschigen Begleitung und Anleitung durch eine besonders erfahrene Fachkraft. Es liegt im Interesse der Gewinnung guter neuer Fachkräfte, dass diese Anleitung durch die besten Erzieher_innen erfolgt, damit sich gute Praxis verbreitet. Zur Unterstützung der Lernprozesse ist es hilfreich, wenn die Anleiter_in nicht nur ihr eigenes Verhalten und die Situationen gut reflektieren kann, sondern ebenfalls in der Lage ist, dies auszudrücken und zu vermitteln.

Durch das neue Landesprogramm „Zeit für Anleitung“ wird für Kräfte gemäß § 10 (2-3) KitaPersv, die entweder eine berufsbegleitende Qualifizierung absolvieren oder sich im Rahmen einer individuellen Bildungsplanung qualifizieren, eine Anleitungsstunde über ein Gutscheinsystem finanziert. Diese zusätzliche Anleitungsstunde für die Praxisanleiter_in in der jeweiligen Einrichtung wird in Form eines Gutscheins zusammen mit der Antragsbescheidung zur Beschäftigung von Kräften nach § 10 (2-3) vom Landesjugendamt versandt. Auch bereits im System befindliche Kräfte nach § 10 (2-3) erhalten mit der Umsetzung des Gutscheinsystems diese wöchentliche Anleitungsstunde.

Die Praxisanleitung selbst bietet der/dem zu Qualifizierenden ein „Modell“, für die Gestaltung pädagogischer Praxis: Sie stellt die Aufgaben im pädagogischen Alltag so dar, dass eine schrittweise Übernahme und eine zunehmende selbstständige und eigenverantwortliche Tätigkeit der/des zu Qualifizierenden möglich ist. Idealtypisch gliedert sich die praktische Tätigkeit in vier Phasen: eine Orientierungs-, Erprobungs-, Verselbständigungs- und Beendigungsphase. Im Rahmen der Anleitung sind regelmäßige Entwicklungsgespräche zu führen, in denen individuelle Entwicklungsziele vereinbart und überprüft werden. Von besonderer Relevanz in dem Anleitungsverhältnis ist eine entsprechende Rückmeldekultur:

  • Wo steht man gerade gemeinsam mit der Praxisanleitung?
  • Wie sieht der nächste Praxisschritt aus?
  • Welche Aufgaben können neu übernommen werden?

Eine Rückmeldung ist nur dann lernfördernd, wenn gespiegelt wird, was die Person schon kann und was noch nicht. Zu klären ist, wie der jeweilige Lernzuwachs erfasst werden soll. Dazu kann das Führen eines Lerntagebuchs mit persönlichen Zielen und Zwischenschritten hilfreich sein. Als Ermutigung für den „nächsten Schritt“ ist daher wichtig aufzuzeigen, woher die anzuleitende Person kommt (Stand vorher, Stand jetzt) und wie das nächste (Zwischen-)Ziel aussehen kann. Neben der besonderen Verantwortung der Praxisanleitung für eine notwendige Rückmeldekultur und eine gemeinsamen Verständigung über Aufgaben, die bereits eigenverantwortlich übernommen werden können, ist der Rückhalt des gesamten pädagogischen Teams einer Einrichtung notwendig.

Ein „training on the job“, wie es bei einer tätigkeitsbegleitenden Qualifizierung von Seiteneinsteiger_innen gegeben ist, stellt eine hohe Investition aller Beteiligten dar. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen der Personalgewinnung und Erweiterung der fachlichen Qualifikation des Gesamtteams durch Menschen mit (anderen) Lebenserfahrungen und hoher Motivation für das Berufsfeld Kita.